18.02.20 Termine, Termine!

Die "Kartonmodellbauer zwischen den Meeren" laden zum neunten Mal in das Flensburger Schifffahrtsmuseum ein. Es ist das einzige Treffen in Norddeutschland, das sich ausschließlich an Kartonmodellbauer wendet. Es bietet jungen und alten, Neueinsteigern und Alten Hasen Informationen und Anregungen und ist offen für Jeden und Jede die einfach nur mal reinschnuppern oder sich fach-und sachkundig machen möchten. 

Eine Liebhaberei für Jung und alt, Beginner und Perfekte
Die Zweitages-Veranstaltung beginnt am Samstag, 28. März um 12:00 Uhr. Diesmal kann auf allen drei Ebenen im Nebengebäude ein breites Angebot an Kartonmodellbau erkundet werden. Neben Einsteigern lassen sich "Profibauer" an diesem Tag über die Schulter sehen, wenn sie aktiv ihre Modelle erstellen und zahlreiche fertige Schiffe, Flugzeuge, Figuren, Fahrzeuge, Häuser usw. präsentieren. Bislang haben sich 35 Modellbauer aus Mecklenburg, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und aus ganz Schleswig-Holstein angemeldet, weitere Mitmacher werden noch erwartet.
Zeigten sich die Kartonmodellbauer in den letzten Jahren immer im Hauptgebäude des Museums, so kann man dieses Mal im Nebengebäude auf drei Etagen zahlreiche Modelle anschauen und den Modellbauern über die Schultern schauen. 
Sieben Verlage/Firmen haben bereits zugesagt und werden ihre Modellbaubögen anbieten und erlauben somit einen guten Überblick über den Markt . Dem Veranstalter ist es wichtig, dass für jeden etwas dabei ist. So sind Modellbaubögen mit einfachen Modellen, bis hin zu Modellbaubögen der Extraklasse dabei. Ein Verlag aus Großbritannien und ein Konstrukteur aus Schweden kommen auch dieses Jahr wieder.
Beginn: Samstag 28. März 2020 ab 12:00 Uhr und Sonntag 29. März 2020 ab 10:00 Uhr, Ende etwa 17:00 Uhr.

15.12.19 Sieben Jahre und 700 Meilen

Nach sieben Jahren Vorbereitung hat der historischen Kutterewer PROVIDENTIA eine neue Aufgabe übernommen. In diesem Jahr startete unter dem Titel "Seegang" die erste Reise in die Westliche und Südliche Ostsee. An Bord: 14 Jugendliche, zwei Lehrkräfte und zwei Mann Stammbesatzung. Nach 25 Tage und knapp 700 Seemeilen kamen alle wohlbehalten und prallvoll neuer Eindrücke zurück.


1995
Als wir vor einem guten Vierteljahrhundert den alten Hochsee-Ewer HF42 PROVIDENTIA zum ersten Mal sahen, machte seine wuchtigen Erscheinung großen Eindruck auf uns "Landratten". Knapp 30 Meter lang und fast sechs Meter Breit. So etwa musste der Ewer in dem Roman "Seefahrt ist not!" von Gorch Fock, alias Johann Wilhelm Kinau ausgesehen haben, den wir als Schüler oft gelesen haben, und der uns nachts regelmäßig abends mit Möwengeschrei in den Ohren und dem Geruch von Tang und Seewasser in der Nase Traumbilder von Schiffen und See bescherte. Kaum vorstellbar, dass ein solches Schiff untergehen könnte! 
2001
2012
Nun, in dem Zustand der HF42 PROVIDENTIA Mitte der neunziger Jahre war der Gedanke an Untergang und Verlust nicht ganz abwegig. Dem Schiff von 1895 hatten Alter, seine wechselvolle Geschichte und mangelnde Pflege ihre Spuren hinterlassen. Nun lag es am Kai einer Werft in Egernsund und sollte restauriert werden. Aber die Jahre vergingen. Mal wurde an dem Schiff gearbeitet, dann lag es wieder lange Zeit ohne sichtbare Besserung. Einmal schien es richtig voran zu gehen, dann lag es wieder still am Kai der Werft. Mittlerweile hatte ein neues Jahrtausend begonnen und das Schiff zweimal seinen Eigner gewechselt. Vor sieben Jahren wurde sie von der Ostseeschule in Flensburg übernommen. Jetzt ging es endlich wieder voran. Gruppen von jungen Schülerinnen und Schülern räumten Müll aus dem alten Rumpf darunter allein 12 Tonnen Eisenballast.  "Hat PROVIDENTIA wieder eine Chance?" fragten wir uns damals. Schließlich ging es mit einigen alten ehemaligen Gebrauchsseglern zu Ende. Die meist privaten Eigner kamen mit der notwendigen Pflege nicht nach, gelegentliche Fahrten mit zahlenden Gästen ließen zu wenig übrig für den laufenden Unterhalt.
Aber mit PROVIDENTIA ging es wieder voran. Die Ostseeschule in Flensburg, die den Wassersport
2016
in ihrem Konzept festgeschrieben hat, hatte den Segler übernommen. Um den Erhalt des Schiffes abzusichern, wurde ein Förderverein gegründet. Schon im Dezember wurden auf der Egernsunder Werft die Arbeiten am Rumpf abgeschlossen und das Schiff zu weiteren Instandsetzung nach Flensburg verholt. Bei einer Feierstunde in der Werfthalle der Robbe&Berking Yachtmanufaktur erläuterte Ulrich Dehn, Geschäftsführer der Ostseeschule, welche Rolle das Schiff im Konzept der Schule spielen sollte: als Notwe
ndigkeit "den Unterricht für Schülerinnen und Schüler im siebten bis neunten Jahr durch Aufgaben zu ergänzen, in denen das Gelernte in einer vorgegebenen Sinnstellung angewendet werden kann. Er ziele darauf ab dass die Mädchen und Jungen, die an dem Schiff praktisch gearbeitet haben, noch vor Ende ihrer Schulzeit auf dem Schiff segeln können. Im Konzept der Ostseeschule sei Wassersport festgeschrieben, da habe der Gedanke an ein eigenes Schiff nahegelegen. ein Schiff das die Jugendlichen aufbauen und in Stand halten und auf dem sie auch auf reisen gehen". 
Seitdem wurde der historische Hochseefischer, der letzte seiner besonderen Art, durch die Jugendlichen der Ostseeschule gemeinsam mit erwachsenen Fachleuten wieder für ihre neue Aufgabe seetüchtig gemacht. Eine riesige Zahl an Helfern, Spendern und Sponsoren hat mit ihrer Unterstützung geholfen, diese Mammutaufgabe zu bewältigen. Sie lag die meiste Zeit am Harniskai und der Fortschritt war für Jedermann öffentlich sichtbar. Derweil nahm auch das pädagogische Programm Fahrt auf, wie das Flensburger Tageblatt im Juli 2017 berichtete. Seit diesem Jahr ist PROVIDENTIA offiziell als Traditionsschiff zugelassen.  

Schließlich wurden es sieben Jahre, bis der Kutterwewer PROVIDEDNTIA HF42 zu seiner ersten lange Sommerreise im Rahmen des Konzepts der Ostseeschule aufbrechen konnte.  Dazu schreibt die Ostseeschule:

Foto: Jan Zier
"Der Plan war, 25 Tage den Seeraum zwischen Flensburg, Göteborg und Bornholm zu erkunden. Dieser in das Pädagogische Konzept der Schule eingebundene Lehrgang auf See – genannt „Seegang“ – fand nach erfolgreicher Restaurierung des Schiffes zum ersten Mal statt und soll künftig mindestens einmal jährlich wiederholt werden.Bei sommerlichen Wind- und Wetterbedingungen ging es los und gleich am ersten Tag fast 50 Seemeilen von Flensburg nach Marstal, der alten Seefahrerstadt auf der Insel Ærø. Weitere Stationen nach Norden waren dann Langeland, Kerteminde, Samsø und Ebeltoft, bevor der Kurs dann Richtung Osten wechselte. „Die Option, weiter Richtung Anholt und Göteborg zu segeln, haben wir nicht gewählt, da uns das Ziel Bornholm einfach mehr gelockt hat“, so der Lehrer Marc vom Endt. Er hat insbesondere das seglerisch-pädagogische Konzept entwickelt, das alle Jugendlichen stark mit einbezieht. So haben die Schüler mit jedem Tag mehr Aufgaben an Bord selbstständig übernommen und letztlich das Schiff oft fast allein gesegelt. Die Erwachsenen waren auf See meist lediglich als „Backup“ an Bord.
Foto: Jan Zier
Ging der Törn gen Norden noch durch den Großen Belt, nahm Providentia zu Beginn der zweiten Woche Kurs auf den Øresund. Natürlich standen die Festungsstadt Helsingør und dann Kopenhagen auf dem Törnplan. Die Providentia hatte einen exklusiven Liegeplatz gegenüber der Oper mitten in der Stadt. Nach einem Tag Aufenthalt in Kopenhagen ging es mit einem kurzen Zwischenstopp direkt nach Bornholm. Dies war der erste von zwei Tagen auf der Reise, an denen durch die Nacht gesegelt wurde. Viele der Schüler waren hiervon besonders angetan. „Am besten fand ich die beiden Nachtfahrten! Da war es oft richtig spannend, wenn wir in den Verkehrstrennungsgebieten auf die vorfahrtberechtigten Schiffe aufpassen mussten!“ resümiert Lorenz.
Foto: Jan Zier
Kritische Situationen gab es auf dem gesamten Törn nicht. „Natürlich sind wir beiStarkwind im Hafen geblieben. Für uns war die Sicherheit für Besatzung und Schiff immer oberste Priorität“ resümiert Kees van den Bos, der holländische Skipper.
Neben den täglichen Lerneinheiten in den klassischen Schulfächern gab es natürlich häufig Exkursionen an Land sowie konkret/praktischen Sport- und Biologieunterricht. Die wesentlichsten Lernprozesse haben sich aber natürlich abseits des Schulpensums entwickelt. Am letzten Abend fasste Emily ihre Reflexionen auf den „Seegang 2019“ zusammen: „Der Seegang war eine so tolle Zeit, die ich nie vergessen werde. Ich habe so viel gelernt, nicht nur übers Segeln, sondern auch über mich selbst. Ich werde die Zeit vermissen, aber ich freue mich auch sehr auf Zuhause.“
Unter vollen Segeln lief Providentia nach insgesamt knapp 700 Seemeilen in den Hafen von Flensburg ein, wo alle Eltern und eine große Zahl an Mitschülerinnen und Mitschülern ihnen einen begeisterten Empfang bereiteten.
Lehrerin Ulrike Stockhaus konnte ihre Euphorie über die 25 Tage kaum zurückhalten und rief den Familien der mitgereisten Jugendlichen zu: „Was ihr für tolle Kinder habt! Sie alle haben wesentlich zum Gelingen dieses Törns beigetragen.“ 

Sie waren aktiv dabei
Foto: 
Jan Zier

Ach ja, denken wir beim Schreiben. Jetzt noch mal fünfzehn sein und mitsegeln können - Das wärs! So wünschen dem Schiff und allen die auf ihm fahren allzeit "Fair Winds!" und immer eine sichere Heimkehr! 

18.11.19 Respekt, Respekt!

Was geschieht denn nun genau auf der ALEXANDRA? Letzte Woche erfuhren wir, dass unter anderem das Deck erneuert werden muss. Heute Abend brachte der NDR im "Schleswig-Holstein Magazin" weitere Einzelheiten. 


Wer es also gerne ein wenig genauer wissen möchte: Bitte HIER klicken. Der Beitrag zur ALEXANDRA beginnt bei fünf Minuten und 20 Sekunden. Sorry, einfacher geht es leider nicht. Also den Link aufrufen und im Video-Anzeigefeld den gewünschten Startpunkt einstellen.
Was wir interessant finden: Die Finanzierung der umfangreichen Sanierung wird ausschließlich durch Spenden gesichert. Respekt, Respekt!

15.11.19 Wir ham's ja

Der nach jahrelanger Verwahrlosung in Bremerhaven gesunkene Frachtsegler SEUTE DEERN wird nun doch gerettet. Damit endet ein längeres Gezerre um die Zukunft dieses "Denkmals".

Als wenn das Geld wie Herbstlaub auf den Straßen läge. Der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag beschlossen, dass Mittel von nun insgesamt 46 Millionen Euro bereitgestellt werden, um den verrotteten Segler "Stück für Stück" zu erneuern. Dabei hatte zuvor ein Gutachter dem Stiftungsrat des Deutschen Schiffahrtsmuseums als Eigentümer einen "konstruktiven Totalschaden" bescheinigt. 
Nebenan in Hamburg, war man bei der Wiederherstellung der Viermastbark PEKING vorsichtig genug, auf eine Totalrestauration zu verzichten und hat sich stattdessen mit einem "möglichst originalgetreuem" Zustand beschieden. Der Gesamtaufwand in diesem Fall: 35 Millionen vom Bund für ein immerhin noch schwimmfähiges Schiff. 

Nun kann man solche Projekte sicherlich nicht eins-zu-eins vergleichen. Die Schiffe sind unterschiedlich groß, aus unterschiedlichem Material gebaut und im Zeitpunkt der Entscheidung auch in unterschiedlichen Zustand. Im Fall der SEUTE DEERN ist aber sicherlich der Umstand einmalig, dass dieses sog. Wahrzeichen von Bremerhaven vor den Augen der Verantwortlichen vergammelt ist, bis es schließlich als "konstruktiver Totalschaden" auf Tiefe ging. 
Bleibt nur zu hoffen, dass der Haushaltsausschuss auch eine verantwortliche Trägerschaft für den Erhalt der wieder hergestellten SEUTEN DEERN beschlossen hat, die ihren Namen verdient. Sonst ist die Süsse bald wieder auf der schiefen Bahn. Aber davon ist leider nichts bekannt.

Vielleicht ging es bei der Entscheidung auch nicht primär um den Erhalt des Frachtseglers, sondern um "Gerechtigkeit". Darum, dass man glaubte nach der Zusage an "die Hamburger" jetzt auch "den Bremern" ein Schiff retten zu müssen. In dem Fall könnten wir Flensburger auch mit ein paar Rettungsschiffen aushelfen. Das eine oder andere ist auch schon mal oder immer noch abgesoffen. Meint etwa jemand, die wären zu billig für eine Entscheidung der Berliner? Kein Problem, wir können auch teuer. Und dass wir Schiffe vergammeln lassen können, ist auch bewiesen. Falls jetzt der Hinweis auf ALEXANDRA kommt: Falsches Beispiel! Das Schiff ist immer tipp-topp gepflegt, also absolut ungeeignet. 

13.11.19 Nicht die Eisbahn

Wer auf der Schiffbrücke aus Richtung Nord kommend zur Eisbahn an der Hafenspitze eilt, sollte nicht zu früh abbiegen. Sie oder er könnte sonst herb enttäuscht werden. Unter dem weißen Zeltaubau steckt nämlich Salondampfer ALEXANDRA, schwimmendes Wahrzeichen Flensburgs. 

Bevor wir lange über Zweck der Verkleidung spekulieren informiert Kapitän und Pressesprecher Günter Herrmann:
"Die alte Dame bekommt ein neues Deck und einen neuen Mast. Außerdem sind die Holzarbeiten am Decks- und Ruderhaus durch die Grundsanierung liegen geblieben. Also viel Arbeit für Crew und Fremdfirmen.Um die Arbeiten auch im Winter möglich zu machen wurde der Bereich großflächigeingeplant. Bis Ende März soll alles ferig sein."

Nun wissen wir's, und sagen artig "Danke!"